Herausforderungen:
1. Intransparente Auswahl- und Vergabeverfahren der Kita-Plätze
Es gibt Vorurteile gegenüber migrantischen Familien, was rassistische Diskriminierungen bei der Auswahl zur Folge haben kann. In der Folge entstehen häufig lange Wartezeiten, viele Absagen oder lange Fahrtwege zu einem zugesagten Kita-Platz, was für die Eltern große Probleme darstellen.
2. Komplizierte und unklare Anmeldeverfahren
Die Träger*innenvielfalt, Sprachbarrieren (vor allem bei telefonischer Anmeldung), die unterschiedlichen Anmeldeverfahren je nach Kommune (bspw. ist manchmal auch eine persönliche Anmeldung in der Einrichtung erforderlich), die festen Anmeldezeiträume, die häufig nicht einzuhalten sind, weil Familien die Kommune wechseln müssen oder nach diesem Zeitraum einer Kommune zugewiesen erschweren die Anmeldung der Kinder. Zu der Komplexität kommt erschwerend hinzu, dass Eltern oft grundlegende Informationen fehlen.
3. Technische Hürden
Die Online-Portale und Formulare sind in vielen Fällen sehr kompliziert, sogar, wenn sie mehrsprachig zur Verfügung stehen. In manchen Kommunen (z.B. Hannover) ist es zudem erforderlich, die Anmeldung im Portal regelmäßig zu bestätigen, in anderen müssen Kinder mit unterschiedlichen Mailadressen angemeldet werden (z.B. Göttingen), da andernfalls die erste Anmeldung überschrieben wird.
Lösungsoptionen:
1. Zugang zu Informationen und Angeboten
Eltern benötigen bessere bzw. gebündelte Informationen über bestehende Angebote, diese sollten auch mehrsprachig angeboten werden. Eltern sollten aktiv angesprochen werden, dies kann z.B. über migrantische Vereine/Projekte wie das MigrantenElternNetzwerk geschehen.
Ideal wäre die Entwicklung eines Informationspakets („Willkommen auf dem Welt“-Paket) für Eltern mit dem Ziel, Eltern frühzeitig, transparent und umfassend über den Kita-Platz-Bewerbungsprozess informieren und den Einstieg erleichtern. Es könnte Informationen zum Kita-Angebot, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, eine Eltern-Checkliste (Dokumente), Zeitplan/Fristen, Kontaktmöglichkeiten, FAQ, Glossar, Eingewöhnungscheckliste und optional kurze Videos in z.B. leichter Sprache beinhalten und nach der Geburt zur Verfügung gestellt werden.
2. Mehrsprachigkeit und Beratung
Es braucht den Ausbau mehrsprachiger und aufsuchender Beratungsangebote, z.B. über die Stadtteileltern in den Familienzentren oder Stadtteilpat*innen (z.B. Wolfsburg), die Beratungsangebote sollten dabei einheitlich gestaltet sein und einen einheitlichen Qualitätsrahmen zu Grunde liegen haben.
3. Transparenz und Überblick
Es ist eine klarere Darstellung der vorhandenen Strukturen und Träger*innen und der Aufbau stadtteilbezogener Übersichten zu Angeboten erforderlich. Hierfür bedarf es der Etablierung einer koordinierenden Stelle mit dem Ziel, eine zentrale Organisation zu etablieren, die im Kita-Bereich die Transparenz und Informationsbündelung erhöht.
4. Vereinfachung von Prozessen
Zentral ist die Überarbeitung der Anmeldeverfahren mit dem Ziel der Vereinheitlichung und umfassenden Transparenz. Dafür benötigen Eltern frühzeitig mehrsprachige und umfassende Informationen. Ideal wäre es, Anmeldeverfahren niedersachsenweit zu vereinheitlichen und transparent zu gestalten.
5. Nutzung von Kompetenzen und externe Unterstützung
Sprachliche und interkulturelle Kompetenzen innerhalb der Kita-Teams sollten stärker und gezielter genutzt werden. Eltern sollte auch aktiv die Möglichkeit eingeräumt werden, Begleitpersonen zu Terminen mitzubringen.