Aktuelles

01. Dezember 2016

120 TeilnehmerInnen – Lehrkräfte, MitarbeiterInnen der Bildungsinstitutionen und kommunalen Verwaltungen sowie Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und SozialarbeiterInnen – kamen zum Fachtag des MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen im Kulturzentrum Pavillon zusammen.

Die Bildungsintegration der Flüchtlinge ist eine große Herausforderung für das niedersächsische Schulsystem. Es gilt, nun endlich den Anforderungen an eine Einwanderungsgesellschaft gerecht zu werden und allen Kindern mit Zuwanderungsgeschichte gleichermaßen die Entfaltung und Entwicklung ihrer Kompetenzen zu ermöglichen, betonte Beate Seusing, Koordinatorin des MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen. Die Diskussion um die Flüchtlinge dürfe nicht den Blick darauf versperren, dass die Bildungserfolge der schon lange in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte nach wie vor hinter den Bildungsergebnissen der herkunftsdeutschen Kinder zurück bleiben.

In seinem Vortrag kritisierte Prof. Dr. Henri Louis Seukwa die Bildungsstrukturen, die SchülerInnen mit Zuwanderungsgeschichte daran hindern, ihre Kompetenzen zu entfalten. Die Unterrichtskonzepte sollten an die Ressourcen der Kinder und Jugendlichen angepasst werden. Die Bemühungen um die gesellschaftliche Integration der SchülerInnen, z.B. in Vereine, müssten intensiviert werden, denn Integration sei die Voraussetzung für die Entwicklung der Sprache. Das kann Schule allein nicht schaffen. Sie braucht dafür ein Netzwerk aus starken Partner.

 

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Die Diskussionsrunde auf dem Podium, VertreterInnen aus unterschiedlichen Bereichen des Bildungssystems, waren sich zwar einig, dass bereits viel erreicht worden ist. Die vielen praxisbezogenen Beiträge, auch aus dem Publikum, machten jedoch deutlich, dass die Sprachförderung noch weiter ausgebaut und auch weiter entwickelt werden muss: Um erfolgreicher zu sein muss sie viel mehr Lerngelegenheiten in Alltagssituationen schaffen. Auch die Kompetenzen in den Herkunftssprachen müssen anerkannt und durch entsprechende Unterrichtsangebote ausgebaut werden. Hier gibt es ebenso wie bei der Elternarbeit noch einen großen Bedarf. Durch passgenaue Konzepte und Angebote sollen auch die geflüchteten Eltern von Anfang an in die Lage versetzt werden, ihre Kinder bei ihrem Bildungsweg zu unterstützen.