Aktuelles

In vielen Schulklassen großer Städte sind Kinder mit Migrationshintergrund längst keine Minderheit mehr – trotzdem sind die Bildungsinstitutionen nicht ausreichend in der Lage diese Schüler*innen zu fördern. So gibt es im deutschen – wie auch im niedersächsischen – Bildungssystem immer noch Unterschiede beim Bildungserfolg zwischen Kindern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte.

Bei dem Fachtag des MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen am 22.05.2018 wird der Frage nachgegangen werden, wie ein Schulsystem aussehen müsste, das allen Schülerinnen und Schülern dieselben Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg ermöglicht. Lassen sich für Niedersachsen Erkenntnisse aus den Bildungssystemen anderer Bundesländer gewinnen, in denen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund bessere Bildungserfolge erzielen? Wo liegt der Handlungsbedarf in Niedersachsen? Wie können Schulen schon jetzt Veränderungen umsetzen, um der vielfältigen Schülerschaft in einer Einwanderungs-gesellschaft gerecht zu werden?

Was kann, was will die Niedersächsische Landesregierung beitragen? Diese Frage wird zum Abschluss des Fachtags mit dem niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne diskutiert.

Programm und Einladung zum Fachtag am 22.05.2018

bbt GruendungsvorstandDas MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen wirkte bei der Gründung eines bundesweiten Elternnetzwerkes mit, um die Bildung und Teilhabe der Migrant*innen auch auf Bundesebene weiter zu fördern. Als Auftaktveranstaltung des neu gegründeten Vereins bbt fand am 19. Oktober 2017 die Fachtagung "Elternbeteiligung und Elternengagement in der Einwanderungsgesellschaft" in der Werkstatt der Kulturen in Berlin statt. An der Tagung, die bundesweit auf großes Interesse stieß, nahmen 75 Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Organisationen teil, darunter Ämter und Behörden, Migrantenorganisationen, Landes- und Bundeselternvertretungen, Verbände und Stiftungen sowie Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Mehr Informationen im Newsletter des bbt

Wählen zu dürfen ist ein Privileg! Deshalb fordern wir alle Wahlberechtigten auf, wählen zu gehen. Um eine Wahlentscheidung treffen zu können, die den eigenen Interessen und Vorstellungen nützt, muss man die Positionen der Parteien kennen.

Das MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen hat die bildungspolitischen Positionen der Parteien, die voraussichtlich in den Landtag kommen, gegenübergestellt. So lassen sie sich gut vergleichen.

Wahlen Tim ReckmannÜbersicht über die Positionen der Parteien (PDF)

Welche Aussagen treffen die Parteien

  • zu der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen KiTa-Platz ab einem Jahr und KiTa-Gebühren?
  • zu der Öffnung der Bildungseinrichtungen für die Vielfalt in der Gesellschaft?
  • zum Ganztagsunterricht?
  • zum (zukünftigen) Schulsystem?

 

 An den Bildungserfolgen unserer Kinder entscheidet sich die Zukunft der Gesellschaft. Wir haben eine Wahl bei der Wahl! Informieren Sie sich und nutzen Sie Ihr Recht auf Mitentscheidung!

19. Mai 2017

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Professor Dr. Wanka, als Elternverbände und Vertretungen von Eltern mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland weisen wir Ihre Aufforderung an die zugewanderten Eltern, mit ihren Kindern zu Hause Deutsch zu sprechen, (…) auf das Schärfste zurück.

So beginnt der Brief, den wir der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka im Namen des Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt) haben zukommen lassen. In einem Interview mit dem Focus (22. April 2017) hatte die Bundesministerin zugewanderte Eltern aufgefordert, mit ihren Kindern zu Hause Deutsch zu sprechen. Dies sei ihre Bringschuld.

Als bundesweite Vertretung der Eltern mit Zuwanderungsgeschichte haben die Mitglieder des bbt Frau Wanka in dem Brief auf die Bedeutung von Mehrsprachigkeit und die Inhalte des Nationalen Integrationsplan der Kultusministerkonferenz hingewiesen, in dem folgendes hervorgehoben wird:

  1. Wichtig ist nicht, welche Sprache in der Familie gesprochen wird, entscheidend für die weitere Sprachentwicklung – auch im Deutschen – ist die Qualität, in der die Familiensprache erworben wird.
  2. Kinder können problemlos zwei Sprachen gleichzeitig lernen.
  3. In den Tageseinrichtungen für Kinder sollen die Voraussetzungen für eine intensive Begegnung mit der deutschen Sprache geschaffen werden.

 

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Wanka, in einer gesellschaftlichen Situation, in der grundsätzliche Vorbehalte gegen Eingewanderte und Einwanderung im Allgemeinen wieder die Zustimmung vieler finden, ist es wichtig, etwas für ein positives Verständnis der Einwanderungsgesellschaft zu tun. Ein zentraler Ort hierfür sind die Bildungsinstitutionen!

Anstatt die Eltern aufzufordern, mit ihren Kindern Deutsch zu sprechen, sollte nun eher dafür gesorgt werden, unsere Kitas und Schulen darauf auszurichten, dass sie mit Vielfalt in unserer Gesellschaft umzugehen wissen und größtmögliche Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland ermöglichen.

 

Lesen Sie hier den vollständigen Brief an Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.