Aktuelles

19. Mai 2017

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Professor Dr. Wanka, als Elternverbände und Vertretungen von Eltern mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland weisen wir Ihre Aufforderung an die zugewanderten Eltern, mit ihren Kindern zu Hause Deutsch zu sprechen, (…) auf das Schärfste zurück.

So beginnt der Brief, den wir der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka im Namen des Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt) haben zukommen lassen. In einem Interview mit dem Focus (22. April 2017) hatte die Bundesministerin zugewanderte Eltern aufgefordert, mit ihren Kindern zu Hause Deutsch zu sprechen. Dies sei ihre Bringschuld.

Als bundesweite Vertretung der Eltern mit Zuwanderungsgeschichte haben die Mitglieder des bbt Frau Wanka in dem Brief auf die Bedeutung von Mehrsprachigkeit und die Inhalte des Nationalen Integrationsplan der Kultusministerkonferenz hingewiesen, in dem folgendes hervorgehoben wird:

  1. Wichtig ist nicht, welche Sprache in der Familie gesprochen wird, entscheidend für die weitere Sprachentwicklung – auch im Deutschen – ist die Qualität, in der die Familiensprache erworben wird.
  2. Kinder können problemlos zwei Sprachen gleichzeitig lernen.
  3. In den Tageseinrichtungen für Kinder sollen die Voraussetzungen für eine intensive Begegnung mit der deutschen Sprache geschaffen werden.

 

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Wanka, in einer gesellschaftlichen Situation, in der grundsätzliche Vorbehalte gegen Eingewanderte und Einwanderung im Allgemeinen wieder die Zustimmung vieler finden, ist es wichtig, etwas für ein positives Verständnis der Einwanderungsgesellschaft zu tun. Ein zentraler Ort hierfür sind die Bildungsinstitutionen!

Anstatt die Eltern aufzufordern, mit ihren Kindern Deutsch zu sprechen, sollte nun eher dafür gesorgt werden, unsere Kitas und Schulen darauf auszurichten, dass sie mit Vielfalt in unserer Gesellschaft umzugehen wissen und größtmögliche Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland ermöglichen.

 

Lesen Sie hier den vollständigen Brief an Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

 

Kita Flyer TitelIn unserem neuen Flyer geben wir schnelle Antworten auf die dringendsten Fragen zum Thema Kita: Ab wann hat mein Kind Anspruch auf einen Kitaplatz? Wie melde ich mein Kind in der Kita an? Und welche Fragen sollte ich bei der Anmeldung stellen? Der Flyer gibt zugewanderten Eltern eine erste Orientierung.

Vor allem möchten wir die Eltern damit aber auch motivieren. Fast ein Drittel der Kinder mit Migrationshintergrund zwischen 3 und 6 Jahren gehen nicht in eine Kindertagesstätte, bei den Kindern unter 3 Jahren sind es sogar die Hälfte. Dabei ist die Kita für die Entwicklung des Kindes enorm wichtig. Wieso genau ist vielen Eltern gar nicht klar. Wir geben im Flyer 5 gute Gründe, weshalb es sich für Kinder lohnt in die Kita zu gehen.

 

 

Kita-Flyer Deutsch

Kita-Flyer Arabisch

 

 

In Kürze  bieten wir auch zum Thema „Kita – frühkindliche Bildung“ Informationsveranstaltungen an. Unter Projekte finden Sie unsere weiteren Angebote zum niedersächsischen Bildungssystem.

30. März 2017

MigrantenElternNetzwerk stimmt für Förderung der Mehrsprachigkeit abDie Regionalnetzwerke und Mitgliedsvereine des MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen waren sich beim Plenum am 30. März einig: Die Angebote zur Förderung der Mehrsprachigkeit unserer Kinder sollen an den Schulen endlich ausgebaut werden. Mit einer Stellungnahme unterstützten wir daraufhin den Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen des niedersächsischen Landtages, dass die Schulen Maßnahmen in Gang setzen sollen, um die Herkunftssprache unserer Kinder mit Migrationshintergrund zu fördern.

Mittlerweile weist ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund auf. Viele unserer Schülerinnen und Schüler wachsen mehrsprachig auf, lernen ihre „Familiensprache“ aber nur mündlich – die Grammatik fehlt. Im Runderlass "Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern nicht-deutscher Herkunftssprache" entschied die Landesregierung bereits im Juli 2014, dass es für den Bildungserfolg und das Leben dieser Kinder wichtig ist, neben der deutschen auch ihre Herkunftssprache zu fördern. Wie dies geschehen kann, wird durch umfassende Fördermaßnahmen und Regelungen in diesem Erlass verdeutlicht. Doch bisher wurde zu wenig davon umgesetzt.

Aus diesem Grund forderte der Antrag, den wir unterstützt haben:

  • Einrichtung bilingualer Kindertagesstätten
  • Unterrichtsangebote für Herkunftssprachen an allen Schulen auszubauen, um sie als zweite und dritte Fremdsprache zu fördern
  • Herkunftssprachen für die Zeugnisse anzuerkennen und für die Versetzung relevant zu machen
  • Herkunftssprachen als Abiturprüfungsfach aufzubauen
  • Studienmöglichkeiten für herkunftssprachliche Lehramtsfächer in Niedersachsen auf- und auszubauen
  • Anerkennung ausländischer Lehramtsausbildungen zu vereinfachen und Angebote zur Qualifizierung als Quereinsteiger*innen auszubauen

 

Über den Antrag wurde am Donnerstag, 6. April, im Landtag positiv abgestimmt.

06. März 2017

Das MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen präsentierte sich auf dem Markt der Möglichkeiten der vierten  Integrationskonferenz des Bündnisses „Niedersachsen packt an!“. Die Konferenz  widmete sich dem Thema „Bürgerschaftliches Engagement“. Über 70 Vereine und Agenturen stellten auf dem Markt der Möglichkeiten ihre integrationsfördernden Tätigkeiten vor. Und auch unter den 700 TeilnehmerInnen waren viele Ehrenamtliche, die in den Werkstätten von ihren eigenen Erfahrungen und Herausforderungen berichtet haben.

Wir haben die Gelegenheit genutzt, um auf unsere Informationsangebote für Geflüchtete aufmerksam zu machen und sind damit auf großes Interesse gestoßen.

Auch die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt besuchte unseren Stand.

 

 

amfn-Team mit Sozialministerin Rundt